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Christian Ebner – Verlag Druckerei Ebner

Papier, Farbe, Handwerk. In Folge 5 von „Mensch Eller!“ ist Christian Ebner zu Gast, Geschäftsführer der Verlag Druckerei Ebner in Deggendorf — in dritter Generation.

Angefangen hat alles 1967: Josef Ebner gründet die Druckerei in der Metzgergasse 18. Die ersten Erzeugnisse entstehen noch am Heidelberger Cylinder, gesetzt wird von Hand. Nach 25 Jahren zieht der Betrieb in einen Neubau im Gewerbegebiet, wo er bis heute sitzt. In zweiter Generation führte Heinz Ebner das Unternehmen, heute steht Christian Ebner an der Spitze.

Was bleibt, wenn alles digital wird

Eine Druckerei im Jahr 2026 zu führen heißt, gegen den Strom zu arbeiten. Ebner erzählt, was Print heute noch kann, was Kunden inzwischen anders bestellen — und warum es nach wie vor einen Unterschied macht, ob man etwas in der Hand hält.

Alles im eigenen Haus

Beratung, Gestaltung, Offset- und Digitaldruck, eigene Buchbinderei, Veredelung mit Heißfolienprägung und Stanzung, dazu Mailing und Logistik. Ein Betrieb, der die komplette Kette abdeckt — und damit eine Ausnahme geworden ist.

Drei Generationen

Was gibt man weiter, was macht man anders? Ein Gespräch über Familienbetrieb, Verantwortung und die Frage, wie man ein Handwerk in die nächste Generation bringt.

Ausschnitte aus dem Gespräch

Worüber wir gesprochen haben

00:00 — Wie Information sichtbar wird
Stefan Eller besucht Christian Ebner in der Druckerei Ebner in Deggendorf. Ebner führt den Betrieb in dritter Generation.

01:25 — 1967: ein Betrieb wird übernommen
Der Großvater hatte zuvor in Frankfurt bei der Presse gearbeitet und brachte Erfahrung mit. Er übernahm einen bestehenden Betrieb, dessen Inhaber aufhören wollte.

02:11 — Aufgewachsen zwischen den Maschinen
Die ersten Erinnerungen reichen ins Kindergartenalter: der Papierstapel in der Schneidemaschine, das Messer, das herunterfährt. Freitags durfte er statt in den Kindergarten mit dem Vater in die Firma.

05:06 — Der Umzug 1992
Von der Metzgergasse an den heutigen Standort. Der Neubau, der große Gabelstapler, der gerade so durchs Einfahrtstor passte, die tonnenschweren Maschinen — das erste bewusste Ereignis.

06:25 — Ein Bruder, der Lehrer wurde
Die Druckerei hat ihn nie interessiert. Ebner sagt trocken: Damit war die Entscheidung nicht besonders schwer.

07:25 — Kein Zwang, aber ein Weg
Sein Vater sagte auf Nachfragen von Freunden immer, der Sohn könne selbst entscheiden. Ab der siebten, achten Klasse merkte Ebner, dass ihn das Thema interessiert — er war computeraffin, auch im Programmieren.

08:54 — Nie woanders reingeschaut
Ausbildung im eigenen Betrieb, ohne Umweg. Kritik daran kam vor allem von Freunden des Vaters: „Schau doch mal was anderes an.“ Ebner hatte diesen Drang nie, weil er im Betrieb ohnehin mit allen auf Augenhöhe sprach.

11:38 — Konkurrenz früher und heute
Früher wurde mit dem Finger aufeinander gezeigt. Heute tauscht sich Ebner in einer bundesweiten Gruppe von Unternehmensnachfolgern der Druckbranche aus — man besucht sich gegenseitig im Betrieb und legt offen, wie man arbeitet.

13:59 — Der Weg: Wirtschaftsschule, Bundeswehr, Mediengestalter
Kurz am Gymnasium, dann auf die Wirtschaftsschule gewechselt. Nach dem Grundwehrdienst die Lehre zum Mediengestalter im eigenen Haus.

15:07 — Drei Berufe in einer Druckerei
Der Mediengestalter erstellt Layout und Druckdaten bis zur Platte. Der Medientechnologe Offsetdruck bedient die Maschine. Der Medientechnologe Druckweiterverarbeitung schneidet, falzt und bindet.

16:39 — Was sich verändert hat
Was sein Vater gelernt hat, gibt es nicht mehr: Schriftsetzer, Bleibuchstaben aus dem Schubladenkasten. Die Branche hat sich nicht um 180 Grad gedreht, sondern mehrfach.

18:22 — Warum Apple in der Druckerei anfing
Der erste sinnvolle Rechner für die Vorstufe war der Mac — wegen Photoshop, QuarkXPress und PostScript, das damals nur er beherrschte. Heute läuft bei Ebner Windows: Updates, Kompatibilität und Workflow gaben den Ausschlag.

21:16 — Die Lernkurve hört nicht auf
Ebner sagt, er könne Probleme nicht loslassen. Was er nicht versteht, arbeitet er auf — durch Ausprobieren und durch Gespräche mit Leuten, die mehr wissen.

23:08 — Warum sie überlebt haben
Als Ebner anfing, war der Betrieb technisch schlechter aufgestellt als andere in der Region. Er ging der Frage nach, warum es woanders besser lief — und bekam die Antworten, weil er auf Augenhöhe fragte statt als Chefsohn.

25:51 — Ein eigenes Verwaltungssystem, selbst programmiert
Statt einen sechsstelligen Betrag für ein fertiges Workflow-System auszugeben, hat Ebner am Ende seiner Lehrzeit ein eigenes entwickelt. Es verwaltet heute Papier, Aufträge, Kundendaten und Versand — und wird weiterprogrammiert, wenn Zeit ist.

28:03 — Sieben Mitarbeiter, gleichbleibend
Die Mannschaftsstärke ist seit Jahren konstant, der Ausstoß deutlich gestiegen. Früher war Handarbeit nötig, wo heute Technik läuft.

29:39 — Der erste große Krach
Ebner hatte das System im Hintergrund gebaut, der Vater schrieb seine Auftragstaschen weiter von Hand. Irgendwann kam der Punkt, an dem umgestellt werden musste. Ebner: „Entweder machen wir das, oder ich geh.“

31:13 — Digitale Buchhaltung, digitale Rechnung
Die nächsten steilen Lernkurven für den Vater. Ebner sieht es gelassen: Gewohnheiten umzustellen ist mit 15 Jahren mehr auf dem Buckel eine echte Herausforderung.

32:41 — Schlüssel umdrehen
Ebner versucht, abends einen Schnitt zu machen — lieber eine Stunde länger bleiben und abschließen, als die Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Seine Frau ist Altenpflegerin und bringt eine ganz andere Sicht auf Probleme mit.

34:58 — Die vierte Generation, 5 und 6 Jahre alt
Der Große war in den Sommerferien in der Firma und hat an der Schneidemaschine Restpapier für den Kindergarten geschnitten. Ebners Überzeugung: Man muss es vorleben, nicht verordnen.

38:11 — Vom 80. Geburtstag bis zum 300-Seiten-Katalog
Zwanzig Einladungskarten oder 15.000 Kataloge — Ebner will beiden gerecht werden. Kunden, die keine Druckdatei erstellen können, ebenso wie Agenturen mit fertigen Daten.

39:41 — Das Eisenbahnbüchlein
Ein Buch über die Nebenbahn Deggendorf–Kalteneck. Was Ebner daran fasziniert: der Detailversessenheit des Autors zuzusehen, der beim Freistellen eines Bildes anmerkt, dass ein Mast nicht abgeschnitten werden darf.

42:30 — Wo er den Betrieb in zehn Jahren sieht
Nicht auf ein Produkt spezialisiert, sondern breit aufgestellt. Dazu Leistungen, die andere Druckereien nicht anbieten: Postsendungen versandfertig aufbereiten, Produktfotos für einen Webshop machen.

44:23 — Weniger Papier, aber nicht kein Papier
Der Absatz geht zurück, das bestreitet Ebner nicht. Aber es schließen auch Druckereien — altersbedingt, ohne Nachfolger. Wer am Stand der Technik bleibt, bleibt übrig.

48:48 — Was passiert, wenn Prospekte verschwinden
Ein Discounter ließ in einer Region ein Jahr lang die Prospekte weg: über acht Prozent Umsatzeinbußen. Nach der Wiederaufnahme wurde der alte Stand nicht mehr erreicht. Ebners Punkt: Die Wirkung liegt oft schon darin, dass etwas auf dem Tisch liegt.

52:35 — Was vor uns liegt
Interessante Zeiten — und die interessanteren kommen erst noch.

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