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My Herbal Spa GmbH – Von der Gründungsberatung zur Beteiligung

My Herbal Spa GmbH

Der Reiz der meinen Job als Gründer und Inhaber einer Werbeagentur seit nun mehr als 20 Jahren ausmacht, ist die Möglichkeit, täglich für andere kreativ werden und neue Ideen umsetzen zu dürfen. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn der Job bedient auch meine ureigene Neugier immer und immer wieder und ermöglicht es mir, in fast allen Branchen hinter die Kulissen blicken zu können. Egal ob Metzgerei in Deggendorf oder BMW in München, interessant wird es immer erst hinter dem Tresen. In den meisten Fällen ist der Blick hinter die Kulissen sogar ein Teil der Anforderung, denn nur wenn man Prozesse, Produkte, die Zielgruppe aber auch den Kunden selbst versteht, kann man zusammen mit diesem entsprechende Marketingkonzepte und deren Umsetzung planen.

Ist der letzte Faktor nicht gegeben, verstehe ich den Kunden nicht oder er mich nicht, ist also eine kooperative Kommunikation nicht möglich, oder gehen die Ansichten über die zu gehenden Schritte zu weit auseinander, ist eine Zusammenarbeit meist nicht sinnvoll. Stimmt die Chemie jedoch, sind der Kreativität und der Innovation kaum Grenzen gesetzt. Viele positive Erfahrungen dieser Art konnte ich in den letzten Jahren sammeln und aus Kunden wurden in manchen Fällen sogar Freunde und Vertraute.

Einen besonders seltenen und für mich ebenso positiven Fall, stellt in diesem Kontext die My Herbal Spa GmbH dar, ein Startup welches sich der Herstellung von hochwertigen Kräuterbadekissen verschrieben hat und an welchem ich mittlerweile Firmenanteile halte.

Von der Gründungsberatung zur Beteiligung

Im Zuge meiner Tätigkeit als Dozent für Online- und Social-Media-Marketing an der Technischen Hochschule in Deggendorf, lernte ich Thomas Wiederer, einen der beiden Gründer, in meiner Vorlesung kennen. Während des Semesters wurde ich hin und wieder gebeten, meine Meinung und mein Marketing-Know-How zu der damals noch in den Kinderschuhen steckenden „Kräuter-Idee“ einzubringen. Die nicht durchgehend positiven Erfahrungen aus meinen eigenen Gründungen wurden dabei gerne aufgenommen und konnten so manche Überlegung abkürzen.

Die Gründungsberatung wurde dann nach Ende des Semester in umfassende Marketingberatung ausgeweitet und von mir kostenlos übernommen, da mir einfach der Gründergeist der beiden Ideengeber gefallen hat und ich sehen wollte, wie weit sie es treiben würden. Die Statistik und auch die eigene Beobachtung sprechen klare Worte – einer von zehn Startups schafft es überhaupt an den Start zu gehen und den Proof of Market zu erbringen, wobei ihre mittel- oder gar langfristige Existenz auf einem ganz anderen Papier steht.

Aber Daniel Schreiner und Thomas Wiederer legten neben Ihren privaten und beruflichen Tätigkeiten eine erstaunlich strukturierte und vor allem hartnäckige Arbeitsweise an den Tag, was nicht auf eine kurzfristige fixe Idee oder unüberlegte Euphorie hindeutete. Jeder Schritt wurde akribisch überlegt, recherchiert und entsprechend im Firmenkonzept/Businessplan verarbeitet. Diese Beobachtung motivierte auch mich und gab mir das Gefühl meine Zeit nicht zu verschwenden.

Die My Herbal Spa GmbH

Investoren und Interessierte im Allgemeinen, fragen unter anderem oft nach der Motivation und der Qualifikation, die die Gründer zum Aufbau ihrer Firma befähigt. Im Falle von My Herbal Spa ist es die persönliche Geschichte beider Gründer, der Mischung aus persönlichen Interessen und den beruflichen Qualifikationen. Speziell Thomas Wiederers Vater hatte zu seinen Lebzeiten bereits die Idee, Heubäder ohne künstliche Zusätze zu produzieren und diese an Wellnesshotels und ähnliche Einrichtungen zu verkaufen – der Proof of Market wurde zum damaligen Zeitpunkt mit dem Verkauf von ca. 1000 Heubäder erbracht. Thomas griff diese Idee vor Ende seines BWL-Studiums auf und gründete die Firma zusammen mit Daniel durchaus auch zum Gedenken an seinen Vater.

Produkte von My Herbal Spa

Nachdem die Zusammenarbeit immer intensiver wurde und meinerseits auch Kostenschätzungen abgegeben werden sollten für ein künftiges Marketingbudget, kam ab einem gewissen Zeitpunkt die Idee einer Beteiligung auf und wir einigten uns, künftig die Wege von Herbal Spa gemeinsam fort zu zeichnen.

Eine besondere Herausforderung blieb trotzdem den beiden Geschäftsführern alleine überlassen und zwar die Bestimmung derjenigen Produkte, mit denen wir an den Start gehen würden. Anders gesagt, musste geklärt werden, wieviel verschiedene Mischungen an Kräuterbadekissen zum Start angeboten werden sollten. An dieses Stelle muss erwähnt werden, dass wir in einem Zeitraum von rund 2 Jahren, wieder einmal mehr eine Wahrheit über den Standort Deutschland bestätigt fanden und zwar, dass die Bürokratie allem und jedem im Wege steht der korrekt, kreativ und selbstständig tätig werden möchte. Die Dinge die wir in dieser Zeit erlebt haben, würden hier zu weit führen um sie alle aufzuzählen, aber man könnte ein Buch damit füllen. Zusammenfassend kann man sagen – wir haben es mit Humor genommen obwohl es oft zum Schreien war.

Nichts desto trotz, nachdem die Mischungen erprobt, die Produzenten bestimmt, die Zertifizierungen abgeschlossen, die Verpackungen designet und die Website und andere Medien technisch fertig waren, konnten wir final mit zwei Produkten an den Start gehen. Dabei handelt es sich zum einen um ein „Entspannungsbad“ und zum anderen um ein „Erkältungsbad„. Folgende Dinge sind uns dabei wichtig:

  • Der Natürlichkeit wieder mehr Raum im Badezimmer geben
  • Kräutermischungen ohne künstliche Zusätze, schonend getrocknet und handverlesen
  • Reduzierung der Abwasserverschmutzung
  • Transparenz im Bezug auf unsere Produktion und Partnerschaften

Ohne mich jetzt weiter in Details zu verlieren, ist meine Empfehlung ganz klar, einfach mal probieren und ab damit in die Badewanne!

Marketing-Tätigkeiten für My Herbal Spa

Je nach Art der Teilhabe, hat man natürlich in einer neu zu gründenden Firma auch gewisse Aufgaben zu übernehmen, welche in meinem Falle relativ klar und auch als sehr spannend und vielfältig anzusehen sind. Wie oben bereits erwähnt, wurden von der vormaligen Marketingberatung und dem zugehörigen Konzept ausgehend, die ersten Schritte abgeleitet.

Nach der finalen Namensfindung wurde ein Wort-Bildmarke (Logo) für die My Hebal Spa GmbH erstellt, welche zum einen den innovativen und gleichzeitig auch den nachhaltigen Charakter des Unternehmens transportieren sollte. Das Farbklima wurde bestimmt und die ersten Medien fanden den Weg zum testweisen Druck.

Kern eines Handelsproduktes ist natürlich neben den Aktivitäten im Direktvertrieb der Onlineshop, welcher bereits im Laufe der Findungsphase vorbereitet und technisch aufgesetzt wurde. Der Bereich E-Commerce sollte nach den ersten 3-5 Jahren einen relevanten Anteil an den Umsätzen erzielen.

Um eine Marke wie Herbal Spa in einem hochgesättigten Markt wie dem der Kosmetikbranche zumindest in Teilen zu etablieren, ist auch ein sinnvolles Social-Media-Marketingkonzept nötig, somit wurden parallel zur Erstellung des Onlineshops auch die entsprechenden Kanäle (Facebook/Instagram) eröffnet und bereits erste Posting-Vorlagen in die gewünschten Layouts gefasst.

Produktfotos griffen wir sofort ab dem Zeitpunkt an, ab dem die erste Charge der Produkte in der Zentrale eingetroffen war. Einzelne Kräuter, die verschiedenen Mischungen, die einzelnen Innen- und Umverpackungen sowie das passende in Szene setzen der ersten Anwendung mit unserem Badewannen-Testimonial, alles wurde dokumentiert und für die spätere Weiterverarbeitung archiviert.

Für das SEO-relevante Content Marketing wurden erste Beiträge erstellt, optimiert, bebildert und auf dem eigenen Kräuter-Blog veröffentlicht.

Aktuell befinden sich die ersten Video-Clips in Planung, die zur Imagepflege und Produktanwendung dienen sollen. Zudem machen wir uns demnächst auch an ein Bewerbungsvideo für die Gründershow „Die Höhle der Löwen„.

 

In diesem Sinne hoffe ich, ich konnte einen kleinen Einblick geben, in meine Marketingaktivitäten für Startups und freue mich auf die weiteren Herausforderungen und die gemeinsamen Ziele zusammen mit der My Herbal Spa GmbH.

Ihr Stefan H. Eller

 

Sie sind selbst gerade dabei einen Traum in ein Geschäftsmodell zu verpacken und benötigen Hilfe in den Bereichen Marketing, Netzwerk und Fördermittelberatung? Dann wenden Sie sich jederzeit an uns, wir beraten Sie gerne!

Vielmehr Sparringspartner als Werbeagentur!

Werbeagentur

Werbeagentur eller-design in Deggendorf – was uns auszeichnet

Als Werbeagentur sind wir nicht die klassische Konstellation aus Leuten, die sich um einen Mahagoni-Tisch ranken und während sie auf einen die Wand füllenden Flachbildfernseher starren, hoffen, mit ein paar verschobenen Bildern und schmeichelnden Texten potentielle Kunden von ihrer durchschlagenden Marketingkompetenz überzeugen zu können. Um ehrlich zu sein, das ist nicht unsere Intention und auch nicht unsere Aufgabe. Ebenso nehmen wir nicht mehr an unbezahlten Ausschreibungen teil. Wir vermeiden zu viel heiße Luft, lieben die klaren Ansagen und arbeiten nach dem eher „handwerklich orientierten“ Motto von Goethe „Bilde Künstler, rede nicht“, oder anders gesagt „red´nicht so viel, tu was!“.

Wer unsere Kunden sind

Unsere Kunden sind Leute, die einen kreativen Sparringspartner suchen. Als solcher Partner ist es unsere Aufgabe dem Kunden durch die passenden, manchmal vielleicht auch unangenehmen, Fragestellungen im Bezug auf relevante Faktoren auf die richtigen Entscheidungswege zu lenken. Nennen Sie uns auch gerne den „Personal Trainer“ in Sachen Marketing. Durch dieses Vorgehen lernen wir zudem das Konzept, die Firma und die zu vertreibenden Produkte kennen und verstehen – denn nur was wir verstanden haben, können wir in den eigenen Köpfen sowie in den Köpfen anderer in Assoziationen, Bilder und Emotionen verwandeln.

Was wir unter Sparring verstehen:

Gemeinsame

  • Auseinandersetzung mit dem Thema
  • Diskussion über Lösungsansätze / Brainstorming
  • Strategie zur Umsetzung finden
  • Auswertung der Ergebnisse
  • Anpassung der Folgeschritte

zusammen mit unseren Kunden.

Im nächsten Schritt werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Möglichkeiten und Wege abgeleitet, die Produkte und/oder Dienstleistungen des Kunden in der entsprechend definierten Zielgruppe zu positionieren. Eine passende Auswahl möglicher Kanäle, online wie auch offline, ist zudem Teil eines Marketingmix, der abhängig von Budget und Zeitraum der Vermarktung festzulegen ist.

Was für beide Seiten keinen Sinn macht, wäre die Vorgehensweise nach dem Motto „Machen Sie mal“, bei der weder ein ausreichendes Briefing zu den Produkten, Dienstleistungen und technischen Anforderungen, noch eine fortlaufende Kommunikation mit dem Auftraggeber besteht. Niemand kennt eine Marke, eine Firma oder ein Produkt besser als jener, der sie führt, entwickelt und vertreibt. Dieses Know-how muss sinnvoll mit unserem Wissen um Marketing und Werbung verknüpft werden. Dies kann nur über einen fortlaufenden und vor allem gemeinsamen Kreativ-Prozess geschehen. Alles andere erzeugt Fehler, Unmut und Enttäuschung auf beiden Seiten.

Wer nun glaubt, dass diese grundsätzlichen Herangehensweisen von Branche zu Branche unterschiedlich sind, der irrt. Egal ob wir für eine Metzgerei, die Automobilindustrie, eine Kommune oder einen Großhandel tätig werden, es gelten immer dieselben Regeln, während die Inhalte und Zielgruppen selbstverständlich variieren.

Wer uns braucht oder nicht braucht

Diese Frage können eigentlich nur unsere Kunden beantworten. Denn entweder erledigt man jegliche Anforderungen selbst oder man integriert in seinen Betrieb eine eigene Marketingabteilung, die für die interne und externe Kommunikation verantwortlich zeichnet. Treffen diese beiden Varianten nicht zu, kann eine Werbe- und Marketingagentur – wie wir es sind – beauftragt werden, um die entsprechenden Leistungen zu erbringen. Oft erleben wir die Mischform, bei welcher wir als externe Agentur den Entscheidern oder Marketingabteilungen mit Printmedien, der Entwicklung von Websites und Online-Shops oder auch mit Beratungsleistungen in Sachen Suchmaschinenoptimierung oder Social-Media-Marketing zuarbeiten.

Natürlich kommt es auch vor, dass ein Startup zu uns kommt und fürs Erste einfach „nur“ die Entwicklung eines Logos beauftragen möchte. Diese Kunden betreuen wir dann nicht selten auch in allen anderen medialen Belangen weiter, immer angepasst an deren Forschritt. Wir fühlen uns durch unser eigenes Tun, z.B. mit der Plattform StudiBlog.net – dem größten deutschen Studentenblog mit User-generated Content – in der Startupszene zuhause und betreuen darüber hinaus auch Studierende an der Technischen Hochschule in Deggendorf im Rahmen eines Lehrauftages.

Keine Angst vor einer Werbeagentur!

Es gibt einzelne, vor allem kleine Unternehmen, aber auch ganze Branchen, die „fürchten“ sich etwas vor Werbeagenturen bzw. der Inanspruchnahme ihrer Leistungen. Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass man in Kauf nehmen muss, den zu erbringenden Werbeeinsatz nur schwer oder oft auch gar nicht am Umsatz messen zu können. Somit entscheidet man sich, auf Grund eines angeblich zu geringen Budgets, gegen die fachliche Unterstützung einer Werbeagentur. Hier sei klar gesagt, es gibt für fast jeden einen sinnvollen und leistbaren Weg.

Aber auch eine andere Variante ist weit verbreitet. Bei dieser sind die Auftragsbücher übervoll und genügend Budget wäre vorhanden. Dennoch stellt man sich die Frage, warum man werben sollte, wenn man sogar Gefahr laufen könnte zusätzlich eingehende Aufträge, auf Grund fehlender Kapazitäten, ablehnen zu müssen. Ein Idealzustand, der vor allem bei (guten) Handwerkern und in der Baubranche vermehrt zu beobachten ist.

Anekdote von Bauunternehmer Günther Karl

Doch wie man schon von Bauunternehmer Günther Karl lernen kann, wenn er vom Werdegang der Karl-Gruppe berichtet, sollte das Credo eines jeden vorausschauenden Unternehmers sein antizyklisch zu denken! Das bedeutet zum einen Geduld zu haben und Gelegenheiten abwarten zu können – zum anderen, nicht jedem Trend hinterher zu laufen, den die Branche vorgibt. Karl bezog sich dabei unter anderem auf ein amüsantes Beispiel einer Schafherde, deren Weide in zwei Hälften geteilt war. In der linken Hälfte waren alle Schafe gemeinsam beim Grasen, in der rechten Hälfte war nichts als unberührtes frisches Gras zu sehen. Als nun die linke Seite abgegrast war, öffnete man den Schafen den Zugang zur rechten Hälfte. Wie zu erwarten, stürzten sich alle Schafe auf das frische Gras und ließen es sich schmecken. Das erste Schaf lief los und alle anderen hinterher. Alle Schafe bis auf eines – und mit diesem Schaf zog Karl die Parallele zu sich selbst: Dieses Schaf blieb auf der abgegrasten, zertrampelten Weidefläche stehen, schaute den anderen Schafen nach und schloss dann wieder die Absperrung hinter ihnen. Nun konnte er ungestört abwarten, bis auf der abgegrasten Weide das frische Gras nachwachsen und er alles für sich alleine haben würde.

Wer hier schmunzelt, tut das zurecht, doch wenn man wie wir einmal für die Karl-Gruppe arbeiten konnte, dann weiß man, dass diese Geschichte weit mehr angewandte Wahrheit beinhaltet, als man vielleicht vermutet.

Wenn wir nun diese Anekdote auf die Werbung übertragen, dann ist auch hier vorausschauendes und antizyklisches Denken notwendig, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Heute ist der Aufbau einer Marke ein oft ebenso wichtiger Faktor wie das Schreiben von guten Umsätzen. Eine Marke darf dabei nicht mit dem „Logo“ verwechselt werden, welches lediglich das „Markenzeichen“ darstellt. Eine Marke ist vielmehr die Summe aus allem was die Firma an Produkten, Mitarbeitern, Image und Bekanntheit ausmacht. Auch die Auffindbarkeit bei Google ist heute ein wesentliches Merkmal von zeitgemäßem Marketing und dem Beherrschen der technischen Anforderungen, egal ob im Bezug auf eine Website, einen Onlineshop und egal ob als lokal agierendes oder international tätiges Unternehmen.

Anders formuliert: Wenn man erst dann an Werbung denkt, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, hat man weder die Hände noch das Budget dafür frei, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ein altes Sprichwort sagt schon: „Werbe in der Zeit, dann hast du auch Kunden in der Not“ (oder so ähnlich).

Fazit

In diesem Sinne, haben Sie keine Scheu vor einer unverbindlichen und kostenlosen Erstberatung bei Ihnen vor Ort. Gemeinsam finden wir sicher einen konstruktiven und vor allem kreativen Weg, Ihre Waren und Serviceleistungen an den Mann, die Frau und das Kind zu bringen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Die eigene Firma gründen – eine Krise ist selten eine Chance

Chance

Schon mal daran gedacht eine eigene Firma zu gründen? Nein? Wenn Du der Typ dafür bist und eine lebensverändernde Erfahrung machen möchtest, dann tu es! Denn eines ist sicher, du kannst dir das Spektrum der auftretenden Gefühle nicht vorstellen, auch wenn du noch so viele Bücher gelesen oder Jahre studiert hast. Auch wenn deine Eltern unternehmerisch tätig sind und du im Firmenumfeld groß geworden bist, weißt du nicht um das Spannungsfeld zwischen Erfolg und Misserfolg und auch nicht um das hohe Maß an Freiheit wie auch an Selbstverantwortung, das eine solche Entscheidung mit sich bringt. Wenn du also die Chance hast dein eigenes Ding zu machen, dein eigenes Business zu gründen und aufzubauen, ergreife sie, wenn auch mit Bedacht!

Geld verdienen mit heißer Luft?

Das Netz ist voll von sogenannten Coaches, respektive Motivationstrainern, ihres Zeichens zumeist „lebenserfahrene“ 25-Jährige, die oft weder ein abgeschlossenes Studium noch eine aussagekräftige Berufserfahrung vorzuweisen haben. Dabei treiben sie Handel mit E-Books, gefüllt mit ihrer Lebenserfahrung, zitierten Weisheiten und Halbwahrheit, zumeist irgendein dubioses Online-Business betreffend. Letzteres wird zudem eher selten näher beschrieben. Dafür möchten sie dir aber voll selbstloser Freigibigkeit zu nichts anderem als zu maximalem Erfolg verhelfen.

Eine eingehende Recherche vergleichbarer Kandidaten zeigt relativ schnell ein wiederkehrendes Muster – es wird viel geredet und dabei nichts gesagt. Ihre obligatorischen YouTube-Kanäle, auf denen sie sich gegenseitig interviewen, machen es möglich. Gerne schmückt man sich in den Interviews auch hin und wieder mit echten Unternehmern, um den Schein zu wahren. Wahlweise stehen sie zur Verkündigung ihrer Botschauft auf einer Bühne oder in einem Semniarraum, voll mit ihren leichtgläubigen Opfern. Diese zahlen traurigerweise auch noch Geld für die Illusion sich Motivation kaufen zu können.

Zieht einer von ihnen richtig vom Leder, begnügt man sich nicht mit einem sterilen Seminarraum, sondern cruist „standesgemäß“ in einer Luxuslimousine durch eine unserer Medienhauptstädte. Dem Kanal-Abnonnenten werden dann während der Fahrt die goldwerten Erkenntnisse vermittelt. Abonnierst du den Kanal und erwirbst das E-Book des Protagonisten und hältst dich strikt an die darin enthaltenen Anweisungen, so ist der Erfolg im Grunde unabwendbar – so möchte man dir es zumindest weismachen. Ihre YouTube-Videos zieren Überschriften wie z.B. „Wie du 200 Euro am Tag im Internet verdienst“ und betreiben damit Clickbaiting vom Feinsten.

Natürlich gibt es Geschäftsmodelle bei denen solche Umsätze im Netz möglich sind, jedoch bleibt es bei besagten Kandidaten bis zum Schluss oft ein Rätsel, durch welche Tätigkeiten sich der proklamierte Erfolg einstellen wird.

Aber wer wird denn bei solchen Versprechen schon so kleinlich nachfragen, nicht wahr? Davon abgesehen frage ich mich ernsthaft, warum sollte ich einer breiten Masse die Details zu meinem wirtschaftlichen Erfolg verraten?

Blender im Netz sind leicht zu entlarven

Lass dich weder täuschen noch entmutigen. Die Kohle dieser Blender kommt dabei meist von der Bank oder deren Eltern. Hört man ihren Predigten zu, die einzig und allein ihrem Selbstzweck dienen und stimmt man deren Inhalte mit den Fakten ab, dann steht eines bombenfest: du bekommt wesentlich mehr anwendbare Informationen, wenn du dir die Mühe machst ein Buch zu lesen, eine Stunde zu googeln oder am besten gleich ein Praktikum in einer Firma absolvierst.

Fakt ist, Erfolg bedeutet einzig und allein der Wille zu arbeiten und dabei wird es NICHT automatisch jeden Tag einfacher und weniger, wie die oben genannten Dampfplauderer vorhersagen, nein! Willst du in unserem System den zweifelhaften Olymp des wirtschatlichen Erfolgs erklimmen, arbeitest du rund das doppelte eines „normalen“ Angestellten mit einer 38-Stunden-Woche. Leider gehört man laut Mc Kinsey mit 60 Stunden pro Woche zwar immer noch zu den „Minderleistern“, aber lassen wir die Kirche einfach mal im Dorf, würde ich sagen. 😉

Aus eigener Erfahrung zweier Gründungen weiß ich, zwischen 60 und 80 Stunden sind die Regel. Man steht mit seinem Geschäft auf und geht damit ins Bett, in guten wie in schlechten Zeiten. Alles andere ist Träumerei, Verwaltung, Beamtentum oder Angestelltenverhältnis. Diese Bereiche mögen alle ihre Berechtigung haben, sind aber in keinem Punkt mit ernsthaftem Unternehmertum und dem Tragen des eigenen Risikos sowie der einhergehenden Verantwortung zu vergleichen.

Die Chance Fehler zu vermeiden

Klingt aufwändig und stressig? Ist es auch. Und es wird umso komplizierter, wenn du dieses komplexe Thema mit folgenden Fehlern beginnst:

  • Auswahl des falschen Gründungspartners
  • Auswahl unqualifizierter Teammitglieder
  • Verzicht auf einen Businessplan
  • Fehlende Marktrecherche als Teil des Businessplans
  • Unterschätzen der nötigen Vertriebsaktivitäten (Fehlende Reichweite und fehlendes Netzwerk)
  • Verschleppen der resultierenden Fehler
  • Unfähigkeit zum passenden Zeitpunkt aufzuhören

Im Detail

Auswahl des Partners

Um auf die Fehler die man vermeiden kann, im Detail einzugehen, starten wir mit einem der wichtigsten Punkte, der Auswahl des Partners. Sollte sich ein vermeintlicher Partner nicht aus der Ideenfindung heraus ergeben, also kein berechtigter Grund zur Beteiligung eines Dritten bestehen, spricht nichts gegen eine alleinige Gründung! Es geht hier um Firmenanteile, je mehr man davon halten kann, desto besser. Gibt es einen Grund für einen Partner, dann sollten die Rechte und Pflichten vertraglich klar geregelt sein. Insbesondere sollte man hier auf jene Punkte achten, die man nur ungern bespricht, nämlich was im Falle eines Scheiterns der Geschäftsbeziehungen und der folgenden Trennung passiert. Die Chance auf eine faire Abwicklung für alle Parteien ist hier das oberste Gebot.

In diesem Kontext ist auch die Auswahl der passenden Gesellschaftsform entscheidend. Hier können und müssen Anwalt/Notar und Steuerberater umfassend beraten, ob eine UG („kleine GmbH“), GmbH oder eine GmbH & Co. KG die richtige Wahl darstellt. Zum Start, insbesondere bei einer Sologründung, kann oft auch ein Einzelunternehmen ausreichend sein, jedoch haftet man bei dieser Variante stets mit seinem gesamten Vermögen. Auch bei einem potentiellen Einstieg eines Investors zur Frühphase oder einem späteren Zeitpunkt, ist diese Gesellschaftsform oft nicht mehr ausreichend.

Auswahl des Teams

Dicht gefolgt von der Auswahl des Partners, ist die Zusammenstellung derer Leute, mit denen man in den kommenden Jahren zusmmenarbeiten möchte. Die Kosten für Personal und Entwicklung verschlingen zu Beginn einer Firmengründung die meisten Kosten. Egal, wie viele Programmierer, Vertriebler oder Leute fürs Marketing man am Anfang benötigt, soll sich der Kosteneinsatz lohnen, ist es umso wichtiger das Team nach seinen expliziten Fähigkeiten und Fertigkeiten zusammenzustellen! Achtung: Freundschaft ist in wirtschaftlicher Hinsicht keine Qualifikation. Ebenso wenig sollten Teammitglieder (nur) aus diesem Grund eingestellt werden!

Erarbeitung des Businessplanes

Die Erarbeitung des Businessplans könnte hier natürlich auch an erster Stelle genannt werden. Geht man davon aus, dass es sich um eine Team-Gründung handelt, dann ist es jedoch die Sache aller Teammitglieder, sich an der detaillierten Konzeptentwicklung zu beteiligen. Der Businessplan ist der Fahrplan einer jeden Unternehmensgründung und beschreibt die konkreten Rollenverteilungen eines jeden Mitstreiters mindestens innerhalb der ersten 3-5 Jahre. Erst wenn der Businessplan fertig ist und man nach Abwägen aller relevanten Faktoren einen eindeutigen USP erarbeiten und die Risikofaktoren auf ein Minimum reduzieren konnte, sollte man die Gründung wagen. Auf ein zu frühes „jetzt fangen wir einfach mal an“, sollte man zwingend verzichten!

Der Plan beinhaltet eine ausführliche Beschreibung der Geschäftsidee, das Profil der Gründer sowie eine Beschreibung des kompletten Teams.
Um den Mitbewerb und somit die grundsätzliche Chance des Geschäftsmodells analytisch darstellen zu können, ist eine Markt- und Wettbewerbsanalyse essentiell. Wird ein Gründerkredit benötigt, sind dies auch diejenigen Faktoren, nach denen die Kreditvergabestelle einer Bank oder auch ein möglicher Investor ihre Risikoeinschätzung ableiten und daraufhin ihre Entscheidungen treffen.

Schon oft hat man gehört, dass Investoren aus guten Gründern und einer mittelmäßigen Idee eher ein brauchbares Geschäftsmodell machen können, als aus einem schlechten Team und einer guten Idee – jedoch sollte die Geschäftsidee immer folgenden Fragen gewachsen sein:

  • Was ist der USP (Unique Selling Proposition), also was ist der originäre Nutzen, den der Kunde von meinem Produkt/meiner Dienstleistung etc. hat?
  • Ist der USP patentfähig oder eher schwammig und auf ein schmales „time to market“-Fenster begrenzt?
  • Durch was entsteht der Wettbewerbsvorteil/USP und wie leicht ist dieser Vorteil durch etwaige Mitbewerber aufzuholen bzw. kopierbar?
  • Habe ich die nötige Vertriebsstärke, um mein Angebot überhaupt in der Zielgruppe zu verbreiten?
  • Ist der Kunde bereit den angesetzten Preis dafür zu bezahlen?

Sind diese Punkte alle positiv zu beantworten, dann ist im nächsten Schritt ein durchdachter Finanzplan vonnöten, um aufzeigen zu können welche Mittel innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zur Zielerreichung notwendig werden.

Tipp: Präsentiere deine Vorstellung bitte nur dann, wenn du sie selbst nicht für völlig abstrus hältst und handle grundsätzlich nach der Faustregel „wenn du selbst nicht die nötigen Kernkompetenzen für dein Businessmodell besitzt, dann lass die Finger davon!“

100% Identifikation oder gar nicht

Wir sehen also, es gibt Mittel und Wege um Fehlerquellen zu entdecken und ihre Folgen zu minimieren. Selbstverständlich bin ich hier auch nur rudimentär auf die Inhalte eines Businessplans eingegangen, aber einen wesentlicher Punkt möchte ich noch anfügen und zwar: Eine Gründung erfordert „100%-iges Commitment“, was nichts anderes bedeutet, als dass man sich voll und ganz auf die Konzeptionierung, Gründung und Ausführung des Firmeninhaltes zu konzentrieren hat und zwar 24/7. Es ist undenkbar, dabei auf mehreren Hochzeiten gleichzeitg zu tanzen. Es ist also ein Irrglaube, der selten zur Realität wird, dass ich meinen Job als Angestellter so lange behalte, bis mein Start-up rund läuft. Denn dann bin ich, womöglich aus gutem Grund, nicht davon überzeugt. Stehen wir mit dieser Tatsache u.a. vor einer Investorgruppe, wie man sie aus dem VOX-Format „Die Höhle der Löwen“ kennt, so müssen wir uns eben diese Frage gefallen lassen und die Chancen eines Invests gehen bei falscher Beantwortung ganz schnell gegen 0. Man investiert eben nur ungern 100.000 Euro oder mehr in eine Halbtags-Idee bzw. in Halbtags-Gründer.

Alle Fehler gemacht und aus der Krise gestärkt hervorgehen?

Klar, selbst gemachte Fehler sorgen für den maximalen Lerneffekt, doch unser Gehirn ist grundsätzlich dazu in der Lage, auch von anderen zu lernen um unnötige Fehler zu vermeiden – warum also diese Fähigkeit nicht nutzen? Es zeugt nicht von Intelligenz, wenn wir ständig versuchen das Rad neu zu erfinden, wohl aber, wenn wir auf den Erkenntnissen anderer aufbauen und daraus neue Ideen generieren. Dazu muss mir auch bewusst sein, dass es nicht wirklich viel Neues gibt, die Kunst liegt darin Bestehendes in neue Zusammenhänge zu bringen.

Was passiert nun, wenn wir es trotzdem als sinnvoller erachten alle Fehler selbst zu machen? Dann fahren wir mit Ansage gegen die Wand, ganz klar. Wir verstricken uns und alle Beteiligten in eine Krise und sorgen mit hoher Wahrschenlichkeit für das Scheitern unseres Start-ups und den Verlust unseres Invests in Form von Zeit und Geld.

Kehren wir nun zu den eingangs genannten „Weisheiten“ und „Phrasen“ zurück, mit denen man sich das Leben, zeitlich begrenzt, schön reden kann. Eine meiner Liebelingsphrasen lautet

„Was dich nicht tötet, macht dich härter!“

oder in abgewandelter Form

„Aus jeder Krise geht man gestärkt hervor.“.

Was für ein unglaublicher Blödsinn! Hattest du schon mal eine richtig schöne Grippe mit Fieber und allem drum und dran, die dich tagelang ans Bett gefesselt hat? Du hast keinen Appetit, der Körper schmerzt an allen Ecken und Enden und erst nach einer guten Woche beginnst du dich langsam zu erholen. Du gehst das erste Mal wieder an die frische Luft, ein paar Meter spazieren ums Haus. Würdest du in dieser, nennen wir sie „frühe Phase der Genesung“, also direkt nach einer schweren körperlichen Krise, einen Marathon laufen? Der Theorie nach, müsstest du dazu in der Lage sein, denn du gehst ja aus einer Krise gestärkt hervor und nicht etwa geschwächt, richtig? Auch nach abgeschlossener Genesung bist du nicht stärker, sondern im besten Fall wieder so fit wie vorher.

Übertragen wir das Beispiel auf eine beinah gescheiterte Firmengründung. Welche Krise macht uns wirklich stärker oder stellt sogar eine Chance dar? Etwa diejenige, die mich 6 Jahre Arbeitseinsatz und 500.000 Euro gekostet hat? Die mich und meine Familie sowie meine Mitarbeiter und deren Familien zeitlich und emotional massiv belastet hat? Ich würde nicht sagen, dass man aus solchen Krisen gestärkt hervorgeht, im Gegenteil. Man wird traumatisiert, wird vorsichtiger und zweifelt an sich selbst und der eigenen Urteilsfähigkeit. Von den schlaflosen Nächten und den stressbedingten Beeintächtigungen der körperlichen Gesundheit, möchte ich gar nicht reden.

Wenn man diese Phrase überhaupt mit etwas Sinn aufladen möchte, sind dazu wesentliche Zwischenschritte notwendig. Einer davon ist sicherlich, die Krise erstmal anzunhemen und sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Dies bedeutet ein hohes Maß an Selbstreflektion und Demut, denn wer gibt schon eigene Fehler gerne zu, egal ob sich selbst oder anderen gegenüber? Aus diesem Prozess heraus kann es dann langsam möglich werden das Trauma zu verarbeiten. Nicht selten ist hierzu auch professionelle Hilfe eines qualifizierten Coaches notwendig. Im besten Fall erwächst daraus im Laufe der Zeit eine neue Motivation, die zum einen die begangenen Fehler kennt und nicht wiederholen möchte und zum anderen den ursprünglichen Gründergeist wieder aufleben lässt. In vielen Fällen jedoch führt der Weg auch zurück in ein geregelte Angestelltenverhältnis.

Zusammenfassend kann man also festhalten, lieber im Vorfeld etwas aus den Fehlern anderer lernen, bedacht und strukturiert vorgehen, als sich auf Phrasendrescher und Blender zu verlassen um am Ende des Tage mit einer herben Enttäuschung aufzuwachen. Wer die Regeln beachtet, wird das anfangs genannte Spannungsfeld kennen und lieben lernen und es nicht wieder missen wollen. Wer getrieben ist von der Gier nach schnellem Geld, motiviert durch falsche Vorbilder, den wird diese Entscheidung noch weit über das Ende seiner Startups hinaus verfolgen.